Ratgeber

Anleitung zur perfekten Nassrasur

Dein Barthaar ist so widerspenstig wie ein Kupferdraht und dein Systemrasierer hat schon längst kapituliert? Dann wird’s jetzt endlich Zeit für eine echte Rasur – und zwar eine klassische Nassrasur mit Rasierhobel oder Rasiermesser!
Wie das alles funktioniert erfährst du hier:

Vorbereitung

Damit deine Rasur besonders gut gelingt, müssen zuerst die Rasurinstrumente vorbereitet werden. Bei deinem Rasierhobel beschränkt sich dies auf das Einlegen einer neuen Klinge. Wenn du für die Rasur ein Rasiermesser verwenden willst, dann musst du es jetzt erst einmal auf einem Streichriemen abziehen. Wie das genau funktioniert haben wir in diesem (XXXX LINK XXX) Blog schon einmal beschrieben.

Gesichtsreinigung

Wenn du dich schon um Rasiermesser oder Hobel gekümmert hast, dann geht es nun an die Vorbereitung deiner Gesichtshaut.
Um sie bestmöglich auf die Rasur einzustellen, bietet es sich an, sie erst einmal mit einer schonenden Reinigungslotion zu waschen. So entfernst du Schmutz, Talg und abgestorbene Hautreste. Um die Haut zu entspannen verwendest du bei der Gesichtswäsche am besten warmes Wasser. Für das komplette Barbershop Erlebnis, reibst du deine Haut jetzt mit etwas Rasieröl ein und drückst ein heißes Handtuch fest gegen dein Gesicht. Du entspannst so die Haut und deine Barthaare treten etwas stärker aus der Haut heraus.

Einweichen des Bartes

Damit dein Messer oder Hobel gut über deine Haut gleitet, ist es notwendig, dass du deine Barthaare erst etwas aufweichst.
Die klassische Variante ist es, dazu Rasierschaum aus einer Rasierseife aufzuschlagen. Halte deinen Rasierpinsel kurz unters warme Wasser und schäume dann mit kreisenden Bewegungen die Seife im Seifentigel auf. Vermeide es, die Borsten zu knicken, du könntest sie sonst abbrechen. Wenn der Schaum eine cremige Konsistenz erreicht hat, ist er bereit, auf dein Gesicht aufgetragen zu werden. Natürlich kannst du auch deinen Schaum aus einer Rasiercreme aufschlagen oder ein Rasieröl verwenden.

Beim Auftragen des Rasierschaums fängst du am besten mit Schnauzbart und Kinn an – sie sind die kritischen Regionen bei der Rasur und benötigen etwas extra Einwirkzeit. Danach arbeitest du dich über Hals und Backen weiter vor bis dein ganzes Gesicht großflächig mit Schaum bedeckt ist. Gib dem Schaum ruhig  5 Minuten Zeit, deine Barthaare gründlich aufzuweichen.

Die Rasur 

Jetzt kommen wir zum Eingemachten: Der Rasur! Während die Hobelrasur besonders leicht zu erlernen ist, gibt es beim Arbeiten mit dem Rasiermesser definitiv eine Lernkurve. Aber lass dich nicht entmutigen, mit etwas Konzentration und Motivation wirst du sie schnell gemeistert haben.

Rasiermesser

Bei der klassischen Nassrasur sollte dein Rasiermesser etwa im 30 Grad Winkel angesetzt werden. Ziehe mit deiner freien Hand die anvisierten Hautstellen gerade, damit du immer auf einer ebenen Fläche arbeiten kannst. Mit kurzen Zügen kümmerst du dich erst um die glatten Partien wie Backen oder Hals. Arbeite immer mit dem Strich und achte darauf, dass du das Messer immer Richtung Schneide bewegst – niemals an ihr entlang. Etwas komplizierter wird es an Kinn und Kiefer – hier darfst du schöne Grimassen ziehen und deine Haut besonders straff spannen, damit dir keine Hautfalten in die Quere kommen oder du einen engen Kurvenradius mit dem Messer “abfahren” musst. 
Du kannst dein Rasiermesser nach einigen Zügen auf einem weichen Tuch abstreifen oder kurz unters Wasser halten um es von Haaren und Seifenresten zu befreien aber berühre dabei bitte nicht die Schneide deines Messers.
Nach der Rasur wäscht du es gründlich ab und tupfst es mit einem Tuch trocken. Lagere es offen an einem gut belüfteten, trockenen Ort.

Hobelrasur

Die klassische Nassrasur mit einem Hobel unterscheidet sich nicht groß von der Rasur mit einem Systemrasierer. Auch hier ziehst du deine Haut straff und bewegst den Hobel ohne Druck über dein Gesicht. Wenn sich der Klingenspalt mit Seife und abgetrennten Haaren gefüllt hat, benutzt du erst die andere Seite des Hobels bevor du ihn unter warmem Wasser auswäscht und wieder loshobeln kannst. Achte bitte darauf, den Hobel immer Richtung Schneide zu bewegen und niemals an ihr entlang, da du dich sonst verletzen könntest.
Normalerweise ist es genug, wenn du einen Rasurdurchgang mit dem Strich machst. Manche unserer Kunden unternehmen sogar noch einen zweiten Durchgang gegen den Strich, dies ist aber nicht unbedingt nötig.
Wenn du deine Rasur beendet hast, wäscht du den Hobel sorgfältig mit warmem Wasser aus und trocknest ihn ab.

Nachbereitung

Nach deiner Rasur wäscht du dir die Seifenreste mit kaltem Wasser aus dem Gesicht. Deine Hautporen verschließen sich dabei und schützen die Haut vor dem Eindringen von Bakterien. Mit einem sauberen Handtuch tupfst du nun dein Gesicht trocken. Um deine Haut weiter zu erfrischen und zu desinfizieren, raten wir zum Auftragen eines After Shaves. So stellst du sicher, dass sich keine Irritationen, Pickel oder Rötungen einstellen. Sobald der Alkohol verdampft ist, ist deine Haut bereit für eine gute Portion Pflegelotion. Sie pflegt und vitalisiert deine Gesichtshaut, spendet Feuchtigkeit und stellt den Abschluss deiner Pflege dar.

Zu guter Letzt befreist du deinen Pinsel von Seifenresten, indem du ihn erst unter warmem Wasser auswäschst, dann über dem Spülbecken ausschlägst und ihn zum Trocknen abstellst.

Herzlichen Glückwunsch

Du hast es vollbracht! Du hast dich so rasiert, wie es Männer schon seit Jahrhunderten tun. Du bist jetzt Teil eines sehr erlauchten Kreises von Gentleman. Chapeau!